Sternwarte 

Auf dieser Seite beschreiben wir, warum wir eine Sternwarte gebaut haben und wie der Bau letztendlich realisiert wurde. Dieser Text ist in folgende Abschnitte unterteilt:

Warum eine Sternwarte und vor allem wie?
der Ort
der Sternwartenbau
die fertige Sternwarte
Montierung, optische Geräte und Zubehör
die Computeranlage

Warum eine Sternwarte und vor allem wie? 

Um mit den diversen optischen Geräten optimal arbeiten zu können, ist eine Schutzhütte von großer Bedeutung. Es kann ein Rundkuppeldach sein, eine Rolldachhütte oder ein Schuppen der über ein festmontiertes Teleskop über- oder abgeschoben wird.

Jede dieser drei genannten Alternativen hat ihre Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle soll einen kurzen Überblick bieten.

Sternwartenart Vorteile Nachteile
mit Rundkuppeldach Streulichtschutz
Windschutz
klassisch
kompakt
schlechter termischer Ausgleich
begrenztes Sichtfeld
Spaltnachführung erforderlich
relativ teuer
schwieriger Eigenbau
mit Rolldach Rundumsicht
guter termischer Ausgleich

etwas windempfindlich
Streulicht
gering geschützter Aufenthalt
abfahrbarer Schuppen einfachste Bauweise
Rundumsicht
guter termischer Ausgleich

windempfindlich
Streulicht
ungeschützter Aufenthalt


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der Ort 

Bei dem Ort der Sternwarte hatten wir jedoch nicht die Möglichkeit zu wählen. So kommt es, dass die Sternwarte ihren Standort in Oberhausen-Süd fand. Die Lichtverschmutzung hier im Ruhrgebiet ist imens, so dass man, wenn überhaupt, nur mit CCD-Kameras Astroaufnahmen machen kann. Visuell ist unsere Sternwarte kaum zu nutzen.



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der Sternwartenbau 

Wir haben uns für eine Rolldachhütte entschieden. Diese ist leichter ohne Spezialteile im Eigenbau zu fertigen.

Die Basis ist ein den Geräten und der Montierung entsprechendes Fundament. Das Fundament sollte wegen der Frostsicherheit mindestens 80 cm tief gegründet sein. Unsere Schutzhütte wurde, um aus dem feuchten Bodenbereich heraus zu kommen, mit dem Fußboden ca. 1m über das Erdreich gebaut. Die vier tragenden Eckstützen der Hütte sind einzeln in 80 cm tiefen Betonfundamenten gegossen. Unsere Fundamente haben insgesamt ein Volumen von 3,2 m^3. In das Gerätefundament wurde als Anschluss für die Montierung ein ausrangierter Bock einer Werkzeugmaschine mit eingegossen, auf dessen oberen Flansch die Stahlsäule für die Montierung aufgeschraubt wird. Fundament mit Montagebasis
Auf den vier Eckstützen befindet sich der Grundrahmen. Dieser ist aus rechteckigen 20cm x 10cm starken Kanthölzern gefertigt. Darauf wurden senkrecht 10cm dicke Kanthölzer mit einem oberen Rahmen montiert. Dies alles, verstärkt durch Metallwinkel, stellt das Grundgerüst da. Zusätzlich wurden zur Verbesserung der Verwindungsfestigkeit noch Stützstreben in den Ecken eingesetzt. Äußerer Baurahmen mit Fundament
Die Stahlsäule mit aufgesetzter Montierung darf wegen der Übertragung von Schwingungen keine Verbindung mit dem Boden der Schutzhütte haben. Innerhalb der mit Silbersand gefüllten Stahlsäule befindet sich das Instalationsrohr für die elektrischen Steuerleitungen. Säule
Um das Dach öffnen und schließen zu können sind Rollen auf Längstschienen(T-Träger) notwendig. Die für die Rollen notwendigen Teile sollten präzise angefertigt sein, damit eine Bewegung des Daches ohne viel Kraftaufwand möglich wird. Auf dem nebenstehenden Bild sind sehr schön die einzelnen Teile zu erkennen. Tragrollen Einzelteile
Durch exzentrische Lagerbolzen ist die Höhe der Räder einstellbar. Auf den Bildern sind die zusammengesetzten Rollen zu erkennen. Die Detailaufnahme, sowie das Bild einer fertig montierten Tragrolle verdeutlichen ihre Funktionsweise. Tragrollen zusammengesetzt
Tragrollen Detailaufnahme
einzelner Rollgang mit Träger
Eine vernünftige Dachkonstruktion wurde durch die Verarbeitung von mehreren Dachbindern gewährleistet. Die Dachbinder wurden einzeln aus Hölzern mit Kunstharz verleimtem, 30mm dicken, Sperrhölzern gefertigt.
Das Rolldach wurde zweiteilig ausgeführt. Je nach Bedarf kann dadurch eine Seite des Daches geschlossen bleiben, so werden teilweise die Geräte und Personen gegen die feucht kalte Nachtluft geschützt. Der Boden, die Wände und das Dach sind doppelwandig mit dicker Isolierung versehen damit an heißen Sommertagen die Geräte in der Warte nicht so stark aufgeheizt werden. So ist für den nächtlichen Einsatz nicht mit extrem langen Abkühlzeiten zu rechnen. Das gesamte Rolldach nebst Teilung ist gegen Eindringen von Staub und Pulverschnee mit Gummileisten abgedichtet.
Fertigung des Dachbinders
Ablagern der Dachbinder
Rohbau
Dachstuhl mit Firstbalken
Innendach mit Zuganker
Durch allseitigen Einsatz einer Profilholzverkleidung passt sich die Sternwarte auch gut der Umgebung an. Im Eingangsbereich befindet sich eine pneumatisch unterstützte Treppe. Eingangsbereich


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die fertige Sternwarte 

Nach dem alle Arbeiten abgeschlossen waren, fehlte nur noch ein Name für die Sternwarte. Sie wurde nach dem Philosophen und Priester Giordano Bruno benannt. Die gesamte Fertigstellung der Sternwarte hat ca. 2 Jahre gedauert. Alles in allem ist die Sternwarte unseres Erachtens nach zufriedenstellend ausgefallen.

In einem externen Gebäude befinden sich die Computer. Dadurch ist es möglich selbst im Winter unter angenehmen Bedingungen zu Arbeiten. Das unten stehende Innenpanorama soll hiervon einen Eindruck verleihen.
fertige Sternwarte

Innenpanorama


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Montierung, optische Geräte und Zubehör 

In der unten stehenden Tabelle sind alle Gräte aufgelistet die uns zur Verfügung stehen.

Die Montierung stammt von der Firma Sideres. Diese ist unseres Erachtens, berücksichtigt man das Preis- und Leistungs- Verhältnis, eine der stabielsten in Deutschland erhältlichen Montierungen.

Der Großteil (ca. 90%) der optischen Geräte stammt von der Firma Vehrenberg, die uns immer mit guten Ratschlägen und ihrem Kundendienst zuvorkommend bedient hat.

Gruppe Bezeichnung Bemerkung
Montierung SIDERES 85 Bei dieser Montierung handelt es sich um eine Deutsche Montierung, die von der Firma Sideres hergestellt wurde. Diese Montierung zeichnet sich durch äußerste Präzision und Robustheit aus. Selbst bei einer Belastung von über 70kg durch die optischen Geräte ist eine genaue und saubere Ansteuerung und Nachführung mit Computer oder manuel ohne Schwierigkeiten möglich.
     
Reflektoren Celestron SC 14
14" x 3910mm
Das SC 14 ist ein Schmidt-Cassegrain-Reflektor der Firma Celestron. Mit seiner Brennweite von ca. 4000mm, sowie seiner großen Öffnung von 14 Zoll eignet es sich für fast alle Himmelsobjekte, sowie für Aufnahmen mit großer Brennweite. Für Deep-Sky Objekte setzen wir das SC 14 in Verbindung mit einer Shapley-Linse (Telekompressor) ein, damit die Brennweite reduziert wird und somit das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite verbessert wird.
     
  Schmidt-Newton
140mm x 500mm
Dieser bei der Firma Celestron auch als "Kometencatcher" geführter Reflektor wird wegen seines großen Bildfeldes von uns hauptsächlich für Kometen und großflächige Himmelsobjekte benutzt.
     
  Newton R
200SS x 800mm
Unser Newton stammt von der Firma Vixen. Aufgrund seiner Brennweite von 800mm wird er von uns für Aufnahmen größerer Bildfelder genutzt.
     
Refraktoren Zeiss APQ
150mm x 1200mm
Dieser von Zeiss-Jena hergestellte Refraktor liefert extrem scharfe,kontrastreiche und brilliante Bilder. Da jede Wellenlänge des Lichtes an Linsenkörpern normalerweise unterschiedlich gebrochen wird, ist unser Apochromat etwas besonderes. Durch seine spezielle 3 Linsen Fluorit-Optik wird die chromatische Aberration, die herkömmlichen Linsenkörper aufweisen, fast komplett kompensiert. Er wird von uns hauptsälich für Planeten, Mond und eng beieinander liegende Doppelsterne genutzt.
     
  Vixen ED
114mm x 600mm
Dieser Refraktor ist ein 3 linsiger ED - Apochromat. Mit seiner Brennweite von 600mm und seinem Öffnungsverhältnis von f/5,3 ist er für astronomische Verhältnisse schon lichtstark. Durch seiner geringen Brennweite hat er einen großen Abbildungsmaßstab, so dass er für großflächige DeepSky -Objekte eingesetzt wird. Als ED - Apochromat ist er in der Lage, farbreine und kontrastreiche Aufnahmen hervorzubringen. Darum ist er eine Bereicherung unserer optischen Aufnahmegeräte.
     
  Vixen
80mm x 910mm
Vixen liefert mit dem 80M ein 2-linsiegen Fraunhofer- Achromat, den wir hauptsächlich mit Spezialfiltern für Sonnenbeobachtung (Sonnenflecken) und mit einem zusätzlichen Protuberanzansatz zur Beobachtung von Protuberanzen einsetzen.
     
  Vixen
80mm x 400mm
Wird von uns mit Poroprisma und Fadenkreuzokular als Sucher benutzt.
     
Zubehör diverse Fotoobjektive
15mm - 200mm
Für Aufnahmen mit geringer Brennweite, wie sie für Bilder von großen Sternenfeldern oder Kometen benötigt wird, verwenden wir diverse Fotoobjektive. Diese können mit Hilfe von speziellen Adaptern an der Astrokamera befestigt werden.
     
  diverse Okulare
4mm - 80mm
Zum Beobachten mit den oben genannten optischen Geräten sind diverse Okulare nötig. Durch Wahl von Okularen mit unterschiedlicher Brennweite kann die daraus resultierende Vergrößerung variiert werden.
     
  Barlowlinsen Werden von uns zur Vervielfachung der Brennweite und somit der Vergrößerung bei Planeten, dem Mond und der Sonne verwendet. Da Zusatzlinsen grundsätzlich lichtmindernd sind, sind sie nur für hellere Objekte nutzbar.
     
  Binokularansätze Dient zum Beobachten mit beiden Augen, was wesentlich entspannter ist.
     
  Zenitprismen und Zenitspiegel Diese dienen zum Umlenken des Strahlenganges im 90° Winkel. Damit sind Beobachtungen in Zenitnähe bequemer möglich.
     
  Telekompressoren und Telekonverter Wie erwähnt finden diese bei uns in Verbindung mit den oben genannten optischen Geräten Verwendung, um die Brennweite zu reduzieren (das Gegenteil von Barlowlinsen).
     
Kamera Astrokamera
CCD ST8
Unsere CCD-Kamera ist von der Firma SBig. Der Hauptchip der Firma Kodak (Kaf1600) hat eine Auflösung von ca. 1,5M-Pixel. Durch zusammenfassen von Pixeln (binning) kann die Lichtempfindlichkeit gesteigert werden. Daraus resultieren dann entsprechend kleinere Auflösungen der Bilder. Bei der ST8 besteht die Möglichkeit über einen weiteren internen Chip und den Computer die Montierung sauber nachzuführen.
     
  Farbfilterrad
CFW-8
Das Farbfilterrad ist ebenfalls von der Firma SBig. Es verbindet sich mit unserer Astrokamera zu einer sehr kompakten Einheit und ist außerdem leicht zu bedienen.
     



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die Computeranlage 

Um überhaupt die enormen Daten der digitalen Astrofotografie verarbeiten zu können ist es wichtig eine gute Computeranlage zu haben. Nach mehrfachen Änderungen der Einzelrechner sind wir schließlich bei 19" Gehäusen gelandet. Alle Daten werden in der Computeranlage zentral auf einem Linux-Server verwaltet. Es kann nur jedem Hobbyastronom dazu geraten werden seine Daten ordentlich zu sortieren, da sonst bei den anfallenden Datenmengen schon nach wenigen Wochen das totale Chaos in der Verwaltung ausbricht. Auf dem nebenstehenden Bild ist die jetzige Ausbaustufe zu sehen.
Bei der Ausstattung der Computeranlage hat uns die Firma JA!-COM in Oberhausen stets sehr gut und zuvorkommend geholfen. Bei Rechnerproblemen wurde immer in kürzester Zeit für Ersatz gesorgt.
fertige Sternwarte


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