Auf dieser Seite beschreiben wir, warum wir eine Sternwarte gebaut haben und wie der Bau letztendlich realisiert
wurde. Dieser Text ist in folgende Abschnitte unterteilt:
Um mit den diversen optischen Geräten optimal arbeiten zu können, ist eine Schutzhütte von
großer Bedeutung. Es kann ein Rundkuppeldach sein, eine Rolldachhütte oder ein Schuppen der über
ein festmontiertes Teleskop über- oder abgeschoben wird.
Jede dieser drei genannten Alternativen hat ihre Vor- und Nachteile. Die folgende Tabelle soll einen kurzen
Überblick bieten.
| Sternwartenart | Vorteile | Nachteile |
| mit Rundkuppeldach | Streulichtschutz Windschutz klassisch kompakt |
schlechter termischer Ausgleich begrenztes Sichtfeld Spaltnachführung erforderlich relativ teuer schwieriger Eigenbau |
| mit Rolldach | Rundumsicht guter termischer Ausgleich |
etwas windempfindlich Streulicht gering geschützter Aufenthalt |
| abfahrbarer Schuppen | einfachste Bauweise Rundumsicht guter termischer Ausgleich |
windempfindlich Streulicht ungeschützter Aufenthalt |
Bei dem Ort der Sternwarte hatten wir jedoch nicht die Möglichkeit zu wählen. So kommt es, dass die
Sternwarte ihren Standort in Oberhausen-Süd fand. Die Lichtverschmutzung hier im Ruhrgebiet ist imens, so dass
man, wenn überhaupt, nur mit CCD-Kameras Astroaufnahmen machen kann. Visuell ist unsere Sternwarte kaum zu
nutzen.
Wir haben uns für eine Rolldachhütte entschieden. Diese ist leichter ohne Spezialteile im Eigenbau zu fertigen.
| Nach dem alle Arbeiten abgeschlossen waren, fehlte nur noch ein Name für die Sternwarte. Sie wurde
nach dem Philosophen und Priester Giordano Bruno benannt. Die gesamte
Fertigstellung der Sternwarte hat ca. 2 Jahre gedauert. Alles in allem ist die Sternwarte unseres Erachtens
nach zufriedenstellend ausgefallen. In einem externen Gebäude befinden sich die Computer. Dadurch ist es möglich selbst im Winter unter angenehmen Bedingungen zu Arbeiten. Das unten stehende Innenpanorama soll hiervon einen Eindruck verleihen. |
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In der unten stehenden Tabelle sind alle Gräte aufgelistet die uns zur Verfügung stehen.
Die Montierung stammt von der Firma Sideres. Diese ist unseres
Erachtens, berücksichtigt man das Preis- und Leistungs- Verhältnis, eine der stabielsten in Deutschland
erhältlichen Montierungen.
Der Großteil (ca. 90%) der optischen Geräte stammt von der Firma Vehrenberg, die uns immer mit guten Ratschlägen und ihrem Kundendienst zuvorkommend
bedient hat.
| Gruppe | Bezeichnung | Bemerkung |
| Montierung | SIDERES 85 | Bei dieser Montierung handelt es sich um eine Deutsche Montierung, die von der Firma Sideres hergestellt wurde. Diese Montierung zeichnet sich durch äußerste Präzision und Robustheit aus. Selbst bei einer Belastung von über 70kg durch die optischen Geräte ist eine genaue und saubere Ansteuerung und Nachführung mit Computer oder manuel ohne Schwierigkeiten möglich. |
| Reflektoren | Celestron SC 14 14" x 3910mm |
Das SC 14 ist ein Schmidt-Cassegrain-Reflektor der Firma Celestron. Mit seiner Brennweite von ca. 4000mm, sowie seiner großen Öffnung von 14 Zoll eignet es sich für fast alle Himmelsobjekte, sowie für Aufnahmen mit großer Brennweite. Für Deep-Sky Objekte setzen wir das SC 14 in Verbindung mit einer Shapley-Linse (Telekompressor) ein, damit die Brennweite reduziert wird und somit das Verhältnis von Öffnung zu Brennweite verbessert wird. |
| Schmidt-Newton 140mm x 500mm |
Dieser bei der Firma Celestron auch als "Kometencatcher" geführter Reflektor wird wegen seines großen Bildfeldes von uns hauptsächlich für Kometen und großflächige Himmelsobjekte benutzt. | |
| Newton R 200SS x 800mm |
Unser Newton stammt von der Firma Vixen. Aufgrund seiner Brennweite von 800mm wird er von uns für Aufnahmen größerer Bildfelder genutzt. | |
| Refraktoren | Zeiss APQ 150mm x 1200mm |
Dieser von Zeiss-Jena hergestellte Refraktor liefert extrem scharfe,kontrastreiche und brilliante Bilder. Da jede Wellenlänge des Lichtes an Linsenkörpern normalerweise unterschiedlich gebrochen wird, ist unser Apochromat etwas besonderes. Durch seine spezielle 3 Linsen Fluorit-Optik wird die chromatische Aberration, die herkömmlichen Linsenkörper aufweisen, fast komplett kompensiert. Er wird von uns hauptsälich für Planeten, Mond und eng beieinander liegende Doppelsterne genutzt. |
| Vixen ED 114mm x 600mm |
Dieser Refraktor ist ein 3 linsiger ED - Apochromat. Mit seiner Brennweite von 600mm und seinem Öffnungsverhältnis von f/5,3 ist er für astronomische Verhältnisse schon lichtstark. Durch seiner geringen Brennweite hat er einen großen Abbildungsmaßstab, so dass er für großflächige DeepSky -Objekte eingesetzt wird. Als ED - Apochromat ist er in der Lage, farbreine und kontrastreiche Aufnahmen hervorzubringen. Darum ist er eine Bereicherung unserer optischen Aufnahmegeräte. | |
| Vixen 80mm x 910mm |
Vixen liefert mit dem 80M ein 2-linsiegen Fraunhofer- Achromat, den wir hauptsächlich mit Spezialfiltern für Sonnenbeobachtung (Sonnenflecken) und mit einem zusätzlichen Protuberanzansatz zur Beobachtung von Protuberanzen einsetzen. | |
| Vixen 80mm x 400mm |
Wird von uns mit Poroprisma und Fadenkreuzokular als Sucher benutzt. | |
| Zubehör | diverse Fotoobjektive 15mm - 200mm |
Für Aufnahmen mit geringer Brennweite, wie sie für Bilder von großen Sternenfeldern oder Kometen benötigt wird, verwenden wir diverse Fotoobjektive. Diese können mit Hilfe von speziellen Adaptern an der Astrokamera befestigt werden. |
| diverse Okulare 4mm - 80mm |
Zum Beobachten mit den oben genannten optischen Geräten sind diverse Okulare nötig. Durch Wahl von Okularen mit unterschiedlicher Brennweite kann die daraus resultierende Vergrößerung variiert werden. | |
| Barlowlinsen | Werden von uns zur Vervielfachung der Brennweite und somit der Vergrößerung bei Planeten, dem Mond und der Sonne verwendet. Da Zusatzlinsen grundsätzlich lichtmindernd sind, sind sie nur für hellere Objekte nutzbar. | |
| Binokularansätze | Dient zum Beobachten mit beiden Augen, was wesentlich entspannter ist. | |
| Zenitprismen und Zenitspiegel | Diese dienen zum Umlenken des Strahlenganges im 90° Winkel. Damit sind Beobachtungen in Zenitnähe bequemer möglich. | |
| Telekompressoren und Telekonverter | Wie erwähnt finden diese bei uns in Verbindung mit den oben genannten optischen Geräten Verwendung, um die Brennweite zu reduzieren (das Gegenteil von Barlowlinsen). | |
| Kamera | Astrokamera CCD ST8 |
Unsere CCD-Kamera ist von der Firma SBig. Der Hauptchip der Firma Kodak (Kaf1600) hat eine Auflösung von ca. 1,5M-Pixel. Durch zusammenfassen von Pixeln (binning) kann die Lichtempfindlichkeit gesteigert werden. Daraus resultieren dann entsprechend kleinere Auflösungen der Bilder. Bei der ST8 besteht die Möglichkeit über einen weiteren internen Chip und den Computer die Montierung sauber nachzuführen. |
| Farbfilterrad CFW-8 |
Das Farbfilterrad ist ebenfalls von der Firma SBig. Es verbindet sich mit unserer Astrokamera zu einer sehr kompakten Einheit und ist außerdem leicht zu bedienen. | |
| Um überhaupt die enormen Daten der digitalen Astrofotografie verarbeiten zu können ist es wichtig
eine gute Computeranlage zu haben. Nach mehrfachen Änderungen der Einzelrechner sind wir schließlich
bei 19" Gehäusen gelandet. Alle Daten werden in der Computeranlage zentral auf einem Linux-Server
verwaltet. Es kann nur jedem Hobbyastronom dazu geraten werden seine Daten ordentlich zu sortieren, da sonst
bei den anfallenden Datenmengen schon nach wenigen Wochen das totale Chaos in der Verwaltung ausbricht. Auf dem
nebenstehenden Bild ist die jetzige Ausbaustufe zu sehen. Bei der Ausstattung der Computeranlage hat uns die Firma JA!-COM in Oberhausen stets sehr gut und zuvorkommend geholfen. Bei Rechnerproblemen wurde immer in kürzester Zeit für Ersatz gesorgt. | ![]() |